Das Storyboard als Grundlage für die Filmproduktion

Das Storyboard als Grundlage für die Filmproduktion

Das Storyboard gehört zur Filmproduktion wie das Geld zur Bank und der Schiedsrichter zum WM-Finale – ohne es könnte ein Film nicht bestehen, da alles “drunter und drüber gehen“ würde. Es wird auch als Szenenbuch bezeichnet und stellt eine Visualisierung einer Idee bzw. eines Konzepts dar, das innerhalb eines Videos umgesetzt werden soll.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, warum das Storyboard ein maßgeblicher Bestandteil der Filmproduktion ist. Wir sagen Ihnen außerdem, in welchen Fällen ein Szenenbuch weniger Sinn macht und was es bei der Erstellung zu beachten gilt. Zunächst möchten wir aber erst einmal näher darauf eingehen, was ein Storyboard eigentlich ist.

Vor der Arbeit kommt die Storyboard-Arbeit

Ein Szenenbuch wird, wie bereits erwähnt, eingesetzt, um ein Drehbuch zu visualisieren und die Planung von einzelnen Videoabschnitten zu ermöglichen. Die Erstellung findet vor der eigentlichen Filmproduktion statt und die skizzenhaften Darstellungen sollen die konkrete Gestaltung des Films erleichtern, indem beispielsweise die Einstellungsgröße, die verwendeten Blickwinkel etc. “getestet“ werden.

  • Interessant zu wissen: Die zweidimensionale Visulisierung von Ideen aus dem Drehbuch geht auf The Walt Disney Company zurück; Eine Person, die Szenenbücher anfertigt, wird als Storyboard Artist bezeichnet; der Prozess der Anfertigung trägt wiederum den Namen Storyboarding.

Derartige Konzept-Visualisierungen finden übrigens nicht nur in der Filmproduktion, sondern u.a. auch im Online-Journalismus, in der Softwareentwicklung und im Hörfunk Verwendung. Im Online-Journalismus gibt das Storyboard der Website eine Struktur und visualisiert mögliche Wege des Users bei der Navigation auf dieser. Im Hörfunk besteht es wiederum aus mehreren Spalten, die beispielsweise den Ablauf einer Sendung strukturieren.

Das Ziel “Storyboard” vor Augen

Der wesentliche Vorteil von Szenenbüchern besteht darin, dass man bereits vor der Produktion eine visuelle Idee von dem Film hat. Auf diese Weise haben sämtliche an der Produktion beteiligten Personen das Ziel, auf das hingearbeitet wird, sozusagen immer vor Augen.

Zudem dient ein Storyboard dazu, mögliche Konzeptionsfehler aufzudecken, um die verwendeten Mittel vor Produktionsbeginn optimal zu planen.

Und dann wäre da noch der Vorteil für den Auftraggeber. Dieser kann die Skizzen mit seinen Vorstellungen abgleichen und dem Produzenten Verbesserungsvorschläge machen.

Die Anforderungen an ein Storyboard

Was die Anfertigung der Zeichnungen betrifft, bestehen kaum technische “Vorschriften“. So kann der Storyboard Artist beispielsweise jede Kamera-Einstellung separat visualisieren oder gleich mehrere Szenen in einem einzigen Bild zusammenfassen. So lange wichtige Inhalte nicht verloren gehen und das übergeordnete Ziel erreicht wird, hat der Zeichner also viel Freiheit. Somit muss der Verantwortliche auch kein speziell ausgebildeter Künstler o.Ä. sein, um ein gutes Storyboard erstellen zu können. Und auch die verwendeten Mittel wie (z.B. Bleistift oder Kohle) hängen vornehmlich von den Vorlieben des Zeichnenden ab.

Storyboard: ja oder nein?

Wie anfangs erläutert, würde bei der Filmproduktion ohne Storyboard alles “drunter und drüber gehen“. Dabei gilt allgemein: Je aufwändiger das Video, desto sinnvoller ist es, ein Szenenbuch zu erstellen. Dank diesem kann die Idee an sämtliche Teammitglieder kommuniziert werden und der Auftraggeber weiß stets über den Fortschritt des Projekts Bescheid.

Letzterer ist natürlich ein maßgeblicher Aspekt. Schließlich möchte man als Auftraggeber wissen, wie die eigenen Vorstellungen umgesetzt werden. Und zwar, bevor man Geld für ein fertiges Video ausgibt.

Man muss aber auch sagen, dass ein Storyboard nicht in allen Fällen sinnvoll ist und zwar insbesondere bei sehr kleinen Produktionen und bei solchen, die stark von Zufällen und Improvisationen abhängen. Ein Beispiel hierfür ist der Dokumentarfilm.

Anders als bei derartigen Formaten bestehen bei der Produktion eines Imagefilms, eines Erklärfilms Et al. große künstlerische Spielräume. In diesen Fällen ist ein Storyboard die ideale Möglichkeit, um die Visionen des Films zu vermitteln und zwar selbst dann, wenn sich das Video nur aus wenigen Bildern zusammensetzt.

  • Merke: Eine genaue Definition, ab wann ein Storyboard sinnvoll ist und wann es sich keinesfalls lohnt, gibt es nicht. Vielmehr muss von Fall zu Fall und unter Bedacht der individuellen Voraussetzungen (Deadlines, Budget, …) entschieden werden.

So erstellt man ein Szenenbuch

Auch, wenn ein Storyboard nicht für jeden Film notwendig ist, so kann es doch den Unterschied zwischen einem Video und einem guten Video machen. In den folgenden Abschnitten wollen wir einige hilfreiche Tipps für die Erstellung eines Szenenbuchs geben. Bedenken Sie, dass Sie dafür kein spezielles Werkzeug benötigen, denn die Hauptsache ist, dass Ihre Ideen für sämtliche an dem Produktionsprozess beteiligte Personen nachvollziehbar sind.

Erste Überlegungen

Wenn Sie selbst ein Storyboard erstellen wollen, beginnen Sie am Anfang einer Szene oder, noch besser, am Anfang der gesamten Geschichte. Es ist wenig sinnvoll, “mitten im Film“ zu beginnen, da man erst nach und nach ein “Gespür für das Ganze“ entwickelt. Wählen Sie für das erste Bild also stets einen konkreten Startpunkt der Handlung.
Als nächstes machen Sie sich Gedanken zur Einstellung: Wollen Sie mit einer Totalen oder mit einer Nahaufnahme beginnen? Oder ist eine Halbtotale vielleicht doch die beste Wahl? Und wo soll sich das Motiv befinden?

  • Praxistipp: Um sich viel Mühe und Zeit zu ersparen, sollten Sie das Bild immer erst vor Augen haben, es Sie es zu Papier bringen.

Das Film-Format bestimmt das Storyboard-Format

Vor allem Anfänger in dem Bereich machen häufig den Fehler, verschiedene Bildgrößen zu verwenden. Allerdings entspricht die Größe im Storyboard idealerweise der des Films. Und zwar vor allem, was das Seitenverhältnis betrifft. Andernfalls können nämlich starke visuelle Unterschiede zwischen den Zeichnungen und den “tatsächlichen“ Bildern auftreten, was genau das Gegenteil von dem Ziel eines Szenenbuchs ist.

  • Der Film soll im klassischen 16:9-Format gedreht werden? Dann sollte das Seitenverhältnis im Storyboard ebenfalls 16:9 betragen. Selbiges gilt für das Breitbild- und alle anderen Formate.

Mehrere Bilder “simulieren“ die Kamerabewegungen

Ein Film arbeitet mit Schwenks, Slides und diversen weiteren Kamerabewegungen. Diese lassen sich in einer Zeichnung natürlich nur sehr schwer darstellen. Aus diesem Grund arbeitet man bei einem Storyboard mit Pfeilen und mehreren Bildern. Während das erste die Ausgangsposition zeigt, stellt das zweite Bild die Endposition der Kamera, sprich: das finale Bild in einer Einstellung dar.

Zeichnen reicht nicht aus

Ähnliches wie für die Kameraeinstellungen gilt auch für den gesprochenen Text. Die in den Szenen vorkommenden Monologe und Dialoge sollte im Storyboard aufgeschrieben werden. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass auch Außenstehende die Handlung mit den zur Verfügung gestellten Informationen vollständig verstehen können. Somit müssen auch weitere wichtige Informationen, die der Beschreibung des Bildes und der Vermittlung der Handlung dienen, aufgeschrieben werden.

  • Praxistipp: Schreiben Sie lieber zu viel als zu wenig in das Storyboard. Denn jede noch so kleine fehlende Information kann sich gravierend auf das Verständnis der Handlung auswirken.

Fazit

Ein Storyboard ist ein wichtiges Hilfsmittel, um die entwickelten Ideen an alle mit der Filmproduktion in Verbindung stehenden Personen zu kommunizieren. Für die Zeichnungen benötigt man kein Fachwissen und auch kein besonderes Equipment. Viel mehr kommt es darauf an, dass die Ideen so vermittelt werden, dass sowohl der Produzent als auch der Sprecher, der Auftraggeber und weitere beteiligte Personen die Vision verstehen.

Wie gezeigt, gibt es bei der Erstellung eines Szenenbuchs dennoch einiges zu beachten und längst nicht jeder ist dazu in der Lage, seine Ideen visuell darzustellen. Dazu kommt noch der Aspekt, dass ein Storyboard viel Arbeit bedeutet und genauso viel Zeit in Anspruch nimmt. Doch keine Sorge!

Wenn Sie sich einen Imagefilm oder ein Erklärvideo wünschen und kein eigenes Storyboard entwickeln wollen, können Sie sich auf das Team von Operi verlassen! Wir verfügen über eine lange Erfahrung in der Videoproduktion und schneiden unsere Leistungen perfekt auf Sie zu. Für weitere Informationen zum Thema Storyboard und zur Filmproduktion im Allgemeinen nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

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