YouTube oder Facebook

Unter Videomarketing (auch: Web Video Marketing) versteht man eine spezielle Form des Online-Marketings, die darauf abzielt, im Internet Marketing- und Verkaufsbotschaften zu präsentieren. Das kann sowohl auf der eigenen Website als auch auf anderen Kanälen wie etwa Facebook oder YouTube geschehen.

Doch welche dieser beiden Plattformen ist die beste für Ihre Marketingstrategie, hat doch auch Facebook längst das große Potential für das Videomarketing erkannt? Mit dieser Frage wollen wir uns in diesem Artikel beschäftigen. Hierzu gehen wir als erstes auf die mit der speziellen Form des Online-Marketings verbundenen Ziele ein. Anschließend reißen wir die Geschichte der beiden Plattform-Giganten an, ehe wir uns genauer mit den beiden Netzwerken als Mittel für das Videomarketing auseinandersetzen.

Was sind die Ziele einer Marketing-Strategie?

Das im Vergleich zum Online Video Advertising weniger aggressiv werbliche Videomarketing macht vom Internet als Distributionskanal Gebrauch. Die Videos werden auf diverse Plattformen hochgeladen und/ oder auf Webseiten platziert, die über redaktionell gepflegte Video-Inhalte verfügen. Das kann beispielsweise in Form eines Video Ads auf einer Community-Website geschehen.

Das Videomarketing zielt darauf ab, die Besucherzahl einer Website sowie die Verweildauer des einzelnen Besuchers auf dieser zu erhöhen.

Darüber hinaus wird diese Form des Online-Marketings u.a. für die folgenden Zwecke gezielt eingesetzt:

  • Neueinführung eines Unternehmens, einer Marke oder eines Produkts
  • zur Markenführung
  • zur Darstellung von Produktvorteilen, mit dem Ziel, die Produktverkäufe zu erhöhen
  • für die Pressearbeit
  • um auf externen Websites für ein eigenes Produkt zu werben
  • um die Kundenbindung zu stärken (z.B. durch Tutorials)
  • zur Optimierung der Suchmaschinenposition.

YouTube oder Facebook

Facebook – wie alles begann

Der Vorgänger von Facebook heißt FaceMash.com. Der Gründer Mark Zuckerberg entwickelte diese Website im Jahr 2003. Zuckerberg stellte Fotos von Frauen ins Internet (ohne deren Erlaubnis!) und forderte den Nutzer dazu auf, das immer das attraktivere von zwei Fotos zu wählen. Dass dieses Bewertungssystem harsche Kritik erleiden würde, war wohl nur eine Frage der Zeit.

Somit musste sich der Psychologie- und Informatik-Student etwas Neues einfallen lassen: Im Frühjahr 2004 rief er zusammen mit einigen weiteren Studenten Facebook ins Leben. Nur etwa sieben Jahre später hatte die Plattform bereits 800 Millionen Mitglieder. Und heute beläuft sich die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf, sage und schreibe, 2,23 Milliarden. Allein anhand dieser Zahlen lässt sich das große Potenzial von Facebook für das Videomarketing erahnen.

YouTube auf einen Blick

YouTube besteht seit Februar 2005 und ist somit ein Jahr jünger als die “blaue Konkurrenz“. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt “Du Röhre“, was aber vielmehr als “Du sendest“ zu verstehen ist. Eine Studie im März 2008 ergab, dass YouTube in den USA über 70 Prozent aller Besuche von Videoportal-Seiten ausmachte. Diese Prozentzahl dürfte heute noch deutlich höherliegen.

Einige weitere interessante Fakten über die Videoplattform:

  • Im Sommer 2012 startete YouTube Movies in Deutschland. Dieses Angebot war in den USA schon länger verfügbar und ist ein spezieller Bereich der Plattform, der es ermöglicht, Kinofilme und Dokumentationen zu schauen.
  • Seit 2017 gibt es den “Community“-Tab. Dieser erlaubt es den Erstellern von Videos, Texte, Bilder und Umfragen zu posten. Hierdurch erlangt die Plattform zunehmend den Status eines sozialen Netzwerks.
  • Seit Juni 2018 steht in Deutschland YouTube Premium zur Verfügung. Dieses Angebot erlaubt es Nutzern, werbefreie Videos und Filme sowie Serien zu schauen.
  • Zum selben Zeitpunkt startete hierzulande der Dienst YouTube Music.

YouTube als Marketingmittel

In Sachen Videomarketing bietet YouTube die Möglichkeit, einzelne Videos auf der Plattform hochzuladen. Diese können darüber hinaus in die eigene Website eingebettet werden. Doch nicht nur das! Das Videoportal ermöglicht es Ihnen auch, einen eigenen Kanal zu erstellen. Sie können diesen Nutzen, um Ihr Unternehmen zu präsentieren, zu beschreiben und zu verlinken. Sämtliche hochgeladene Videos sind in der History abrufbar und Nutzer können Ihren Kanal abonnieren, sodass sie stets benachrichtigt werden, wenn Sie ein neues Video hinzufügen.

  • Wie bereits erwähnt, kann YouTube auch als soziales Netzwerk dienen: User können Ihre Videos nicht nur anschauen, sondern auch liken, kommentieren und teilen. Da die Videos hier “im Vordergrund stehen“, können Sie jedoch nicht mit so vielen Likes rechnen, wie das bei Facebook der Fall ist. Dennoch hat das Videoportal einen entscheidenden Vorteil…

Eine Suchmaschine namens YouTube

YouTube wird von vielen als die zweitgrößte Suchmaschine nach Google bezeichnet (die Plattform gehört übrigens zur Google LLC). Somit können Sie mit einem Video SEO-Maßnahmen ergreifen und Ihr Ranking sowie Ihre Reichweite im Netz deutlich vergrößern. Welche einzelnen Videoformen sich für diesen Zweck eignen, erfahren Sie im Abschnitt zu Facebook. Anders als das soziale Netzwerk können Sie die Plattform zudem sehr sachlich nutzen und Ihr Unternehmen bzw. Ihre Dienstleistung/ Ihr Produkt vorstellen. Dabei gilt zu beachten, dass innerhalb eines Videos nur andere YouTube Videos verlinkt werden können. Bedeutet: Der Link zur Ihrer Website muss in die Beschreibung des Videos eingefügt werden. Darüber hinaus sollte die Beschreibung als auch der Titel und die Tags wichtige Keywords enthalten, sodass das Video gut gefunden wird, sprich: in der Suche weit oben platziert ist.

YouTube als Mittel für das Videomarketing – Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Die Plattform ist die erste Anlaufstelle, wenn es um die Videosuche geht. Somit bietet Sie viele Vorteile im SEO-Bereich.
  • Kann als Hosting-Plattform genutzt werden.
  • Im Vergleich zu Facebook ist das Videoportal stärker, was das Mobile-Video-Marketing betrifft.

Nachteile:

  • Auf Desktop-PCs: “schwächer“ als die Konkurrenz.
  • YouTube Links sind nicht oder nur sehr selten mit Facebook kompatibel.
  • Die Tendenz geht dahin, dass die Platzierung der Videos von deren Dauer und nicht länger von der Zahl der Views abhängt.

Ein weiterer Vorteil des Videoportals ist das kostenlose Tool namens YouTube Analytics. Dieses ermöglicht es Ihnen, die demographischen Daten der Nutzer abzurufen und die Reichweite als auch den Erfolg Ihrer Beiträge zu analysieren. Auf diese Weise können Sie Ihr Videomarketing stetig verbessern.

Facebook als Marketingmittel

Facebook greift YouTube immer mehr Marktanteile in Sachen Videos ab und im Jahr 2014 hatte die Zuckerberg Plattform erstmals mehr Video-Aufrufe als die “rote Konkurrenz“ – zumindest auf Desktop-PCs. Diese Entwicklung ist umso verblüffender, wenn man bedenkt, dass noch Anfang 2014 gerade mal ein Viertel der in dem sozialen Netzwerk geposteten Videos direkt über dieses hochgeladen wurde. Den größten Anteil stellten hingegen verlinkte Videos von YouTube dar.

“Nicht mit uns!”

Es war der geringe Anteil an “eigenen Videos“, der Facebook dazu animierte, den Newsfeed durch die Einbindung von Videos zu revolutionieren. Doch die bloße Einbindung von Bewegtbildern war den Verantwortlichen nicht genug: Die Autoplay-Funktion sorgt dafür, dass die Videos so lange lautlos abgespielt werden, bis der User die Bilder durch das Herunterscrollen im Newsfeed “verbannt“. Somit wird jedes Video zumindest kurz angesehen – ob der Nutzer nun will oder nicht. Außerdem bietet Facebook ein Interface, das an eine klassische Videoplattform erinnert und somit sehr videofreundlich ist. Der User hat beispielsweise die Möglichkeit, eine Playlist mit beliebten und untergeordneten Clips zu erstellen.

Eine weitere Maßnahme, mit der Facebook die Nutzer dazu bewegt, Videos zu hosten, ist die Erschwerung des Teilens von YouTube-Links. Und das hat sich durchaus bezahlt gemacht, denn das soziale Netzwerk schaffte es 2014, den Anteil von direkt hochgeladenen Videos zu maximieren. Und zwar von dem bereits erwähnten Viertel auf ganze 70 Prozent.

Aber welche Arten von Videos eignen sich für das Videomarketing auf Facebook? Dieser Frage wollen wir im Folgenden nachgehen. Zunächst geben wir Ihnen aber noch einen Überblick über die Vor- und Nachteile von Facebook als Marketinginstrument.

Facebook als Mittel für das Videomarketing – Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Es besteht eine direkte Verbindung zum Netzwerk und somit auch zu Ihrer Zielgruppe.
  • Facebook hat eine enorme Reichweite.
  • Neben Videos stehen weitere Features zur Verfügung. Durch die Like-Funktion etc. bildet sich eine vielfältige “Visitenkarte“ Ihrer Firma heraus.

Nachteile:

  • Sollten Sie über ein kleines Netzwerk an “Freunden“ etc. verfügen, ist die Reichweite stark eingeschränkt.
  • Nur “bekannte” User besuchen Ihr Unternehmensprofil, da Facebook selten als Suchmaschine Verwendung findet.
  • Für die optimale Nutzung des sozialen Mediums muss regelmäßig attraktiver Content geboten werden, der die User anspricht und einbezieht.

 

  • Hinweis: Die rasante Entwicklung von Facebook hin zu einer beliebten Videoplattform ist u.a. darauf zurückzuführen, dass ein Video bereits nach drei Sekunden einen “View“ erhält. Im Vergleich dazu zählt der Aufruf bei YouTube erst nach 30 Sekunden als View. Somit bleibt abzuwarten, ob sich das soziale Netzwerk auf langfristige Sicht als Videoplattform etablieren kann

Aggressives Werben ist out

Wer Videomarketing auf Facebook betreiben möchte, ist auf das sogenannte Native Advertising angewiesen. Hierunter versteht man eine Form der Werbung, deren Inhalte so gestaltet sind, dass sie nicht oder nur kaum von redaktionellen Artikeln abgegrenzt werden können. Die Aufmerksamkeit des Nutzers wird quasi getarnt geweckt und ist der Content auf die Zielgruppe zugeschnitten, werden die Videos fleißig geliked und geshared. Das mündet in eine weite Verbreitung Ihrer Inhalte, was wiederum zu mehr potentiellen Kunden führt.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die für das Videomarketing bei Facebook geeigneten Formen genau vor. Beachten Sie, dass die meisten dieser Videoformen auch auf der Plattform YouTube Verwendung finden können.

Formate für Ihr Videomarketing

  • Der Erklärfilm: Ein solches kurzes Video ist ideal geeignet, um Ihre Marke oder eine Dienstleistung bzw. ein Produkt vorzustellen. Die Aufmerksamkeit des potentiellen Kunden wird geweckt, ohne dass dieser das Facebook-Erlebnis vermisst. Sie können die Vorteile Ihrer Dienstleitung für den Kunden darstellen und anderweitig auf der sachlichen Ebene verbleiben. So können Sie sich beispielsweise auch als Experte etablieren, indem Sie ein Problem der Zielgruppe ansprechen und Ratschläge für dessen Lösung geben. So wird der Interessent besonders schnell zum Kunden.
  • Backstage: Stellen Sie Ihre Kunden oder Mitarbeiter vor und zeigen Sie weitere Bereiche Ihres Unternehmens, um persönlicher und greifbarer für den Interessenten zu werden. Allgemein gilt, dass Menschen einer Marke umso mehr vertrauen, je besser Sie diese kennen.
  • Werden Sie zum Hit in den sozialen Medien: Bringen Sie Ihre Zielgruppe zum Staunen oder Lachen. Die Idee muss mit Ihrer Marke bzw. Ihrer Leistung in Verbindung stehen. Das kann je nach Angebot sehr schwierig sein. Außerdem wissen Sie ja, dass Geschmäcker verschieden sind, d.h. wenn Sie Menschen zum Lachen bringen wollen, laufen Sie auch immer Gefahr, dass Sie “versagen“. Umso größer ist der Erfolg jedoch, wenn Sie den Lachmuskel der Zuschauer treffen!
  • Wettkampf: Sie können einen Contest ins Leben rufen und diesen in einem Video vorstellen. Spricht der Wettbewerb genügend Personen an, teilen diese das Video fleißig und Sie bauen sich eine kleine Fangemeinde auf. Die Mitglieder können Rabatte sowie andere Vergünstigungen gewinnen.
  • Die Zuschauer updaten: Auch wenn das Status-Update bei Facebook eigentlich in Textform erfolgt, können Sie auch ein Video nutzen, um auf über Entwicklungen und Neuigkeiten in Ihrem Unternehmen zu informieren.

Voraussetzungen für erfolgreiches Videomarketing

Wer ist Ihre Zielgruppe und was sind deren Bedürfnisse? Und wie können Sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen? Das sind die grundlegenden Fragen, mit denen Sie sich auseinandersetzen müssen, ehe Sie Videomarketing betreiben können. Nur wenn Sie Ihre Zielgruppe genau kennen, können Sie die entsprechenden Maßnahmen einleiten und das perfekte Video gestalten, um potentielle Kunden zu erreichen. Achten Sie dabei auch immer darauf, einen Mehrwert zu bieten, denn zu werblich wirkende Videos werden schnell ignoriert und somit seltener verbreitet.

Fazit: beide Kanäle haben Vor- und Nachteile

Wir können keine pauschalen Aussagen darüber machen, welche Plattform die geeignetste für Sie ist. Um sich für einen Kanal zu entscheiden, sollten Sie Ihre Zielgruppe genau analysieren und untersuchen, wo diese aktiv ist und welche Inhalte bevorzugt werden.
Ganz allgemein lässt sich sagen, dass das Videomarketing via YouTube die bessere Wahl ist, wenn Sie lediglich einige Videos hosten wollen und SEO-Aspekte für Sie eine im Vordergrund stehen. Demgegenüber ist Facebook besser geeignet, um ein attraktives Unternehmensprofil und ein breites Netzwerk aufzubauen.

Im Idealfall nutzen Sie beide Kanäle, um Videomarketing zu betreiben. Sollten Sie sich für diesen Schritt entscheiden, können Sie sich viel Arbeit bzw. Kosten ersparen, wenn Sie ein und dasselbe Video auf beiden Plattformen verwenden. Sie können beispielsweise ein Erklärvideo nutzen, um sowohl Facebook- als auch YouTube-Usern die Vorteile Ihrer Marke zu erläutern und diese auf Ihre Website zu lenken. Für weitere Informationen rund um den Erklärfilm bzw. zu Videomarketing im Allgemeinen nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.